So ein Esel

Kolumne über Entscheidungen treffen

Im Altertum wurde ein grausames Experiment durchgeführt: Einem Esel wurden zwei gleich große Heuhaufen gleich weit weg zum Fressen hingelegt. 

 

Kolumne über Entscheidungen treffen

Das Ergebnis: Der Esel verhungerte, weil er sich für keinen der beiden Haufen entscheiden konnte.

 

Wäre einer etwas näher gelegen und dadurch ein Vorteil erkennbar gewesen, hätte sich der Esel an diesem Satt gefressen.

 

Bevor Sie über den armen Esel schmunzeln: Soweit sind wir gar nicht von ihm entfernt. Hatten Sie schon einmal zwei vergleichbare Jobs zur Auswahl? Gut möglich, dass Sie beide sausen ließen, da durch die Gleichwertigkeit keiner besonders interessant aussah.

 

Waren Sie schon einmal auf einer Partnerbörse und hatten dort nicht zwei, sondern zweihundert Partnersuchende im Regal zur Auswahl? Der Esel ließ grüßen – und Sie blieben Single.

 

Es gibt sogar ein weit verbreitetes Beispiel, wo der Esel über Sie schmunzeln würde: Gibt es nur eine Person, die sich für Sie interessiert, aber sehen Sie sich immer noch keinen Vorteil einer Partnerschaft, weil Sie ja auch alleine so gut zurechtkommen? Das wäre so, wie wenn der Esel selbst bei nur einem Heuhaufen zögern würde, weil er eigentlich eh nix braucht.

 

Aus dem Experiment kann man jedenfalls zwei Dinge lernen: Möglichkeiten sind nicht weniger wert, nur weil sie eventuell in einer großen Anzahl vorhanden sind. Und wenn es nur ganz wenige gibt, sollte man erst recht nicht Stur wie ein Esel sein.

 

Noch dazu, wo das Esel-Experiment vermutlich nie stattfand, wir aber tatsächlich so leben. 


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